Probiotika

Probiotika

Bei Probiotika handelt es sich vereinfacht gesagt um „gute Bakterien“, die bei regelmäßiger Anwendung einen gesundheitsfördernden Effekt ausüben. Die in speziellen Zubereitungen enthaltenen Mikroben verdrängen krankmachende Keime und sollen sich insgesamt günstig auf das Immunsystem auswirken. Bisher wurden Probiotika vor allem eingesetzt, um die Darmflora positiv zu beeinflussen. Seit kurzem stehen auch Probiotika zur Verfügung, die speziell zur Regulation der Mundflora entwickelt wurden und auf diesem Wege einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Karies und Parodontose leisten können. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein natürlicher Bewohner der Mundflora, der den Namen S. salivarius trägt.

Was sind Probiotika?

Als Probiotika werden in der Regel lebende Mikroorganismen bezeichnet, die im Körper des Menschen einen gesundheitlichen Nutzen entfalten. Bekannt geworden sind Probiotika in Form von Milchsäure- und Bifidobakterien, weil sie sich günstig auf die Darmflora auswirken und zum Beispiel bei bestimmten Durchfallerkrankungen erfolgreich eingesetzt werden. Ihre Wirkweise beruht vor allem darauf, dass sie unerwünschte Keime verdrängen können. Darüber hinaus werden verschiedene positive Effekte auf das Immunsystem diskutiert, die Gesundheit und Wohlbefinden insgesamt verbessern können.

Ein relativ neuer Ansatz ist es, Probiotika zur Regulation der Mundflora einzusetzen. Ziel ist es auch hier, durch eine gezielte Zufuhr „guter“ Keime (z. B. S. salivarius) die jeweils krankmachenden (pathogenen) Erreger zu „vertreiben“ – und auf diese Weise vor Karies und Parodontitis zu schützen.

Volkskrankheit Parodontitis

Karies ist zwar nach wie vor das häufigste Zahnproblem. Doch auch bei Parodontitis, der dauerhaften Entzündung des Zahnhalteapparates, handelt es sich um eine echte Volkskrankheit. Hinter dieser Erkrankung, die umgangssprachlich auch als Parodontose bezeichnet wird, verbirgt sich eine chronische, bakterielle Infektion, die weitreichende gesundheitliche Folgen haben kann.

Parodontitis ist bei Erwachsenen ab dem 45. Lebensjahr die häufigste Ursache für den Verlust von Zähnen. Was viele nicht wissen: Parodontitis erhöht auch das Risiko für zahlreiche schwerwiegende Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes mellitus, chronische Atemwegserkrankungen oder Rheuma. Bei Schwangeren, die unter einer unbehandelten Parodontitis leiden, steigt das Risiko für eine Frühgeburt. Die Erklärung für diese Zusammenhänge besteht darin, dass die krankmachenden Erreger aus der Mundhöhle über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen – zum Beispiel in Herz, Lunge oder die Gebärmutter – und dort Entzündungen hervorrufen können.

Parodontitis: Wichtige Fakten auf einen Blick

  • Definition:
    Chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates (= Fundament der Zähne, das auch das Zahnfleisch beinhaltet)
  • Ursache:
    Die in Zahnbelägen (Plaque) enthaltenen Bakterien produzieren Gifte, die eine Entzündungsreaktion auslösen.
  • Anzeichen:
    z. B. rotes, geschwollenes Zahnfleisch; Zahnfleischbluten beim Zähneputzen; zurückgehendes Zahnfleisch; locker sitzende Zähne; Mundgeruch; Sekret- oder Eiterentleerung aus den Zahnfleischtaschen. Eine Parodontitis verläuft meist schmerzfrei.
  • Folgen:
    Durch die Entzündung kommt es zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparates, die letztlich zum Verlust des Zahnes führen kann. Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus und einige weitere Erkrankungen steigt. Schwangere mit unbehandelter Parodontitis haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt.

Gut zu wissen: Die Ursache für eine Parodontitis ist immer die Ansammlung krankmachender Bakterien in Form von Plaque (Zahnbelägen). Ohne Plaque kann sich weder eine Zahnfleischentzündung noch eine Parodontitis entwickeln.

Probiotika & Mundflora

Eine gesunde Mundflora bildet mit über 700 verschiedenen Bakterienarten einen wichtigen Schutz gegen pathogene Erreger. Allerdings: Der wichtigste Verursacher von Karies, Streptococcus mutans, wird meist schon im Kindesalter über die Eltern übertragen. Dieser kariesfördernde Winzling kann, vor allem wenn er sich ausbreitet, die erwünschten Bewohner der Mundflora verdrängen und so ihre natürlichen Schutzfunktionen beeinträchtigen. Dieser ungewollte Verdrängungsmechanismus kann durch verschiedene Faktoren wie etwa Antibiotika-Einnahme, Stress, Rauchen oder eine zuckerreiche Ernährung begünstigt werden. Bei Parodontitis ist es offenbar gleich eine ganze Bakteriengemeinschaft, die der Erkrankung den Weg bereitet. In der Folge „wächst“ der bakterielle Zahnbelag (Plaque) und es werden vermehrt Säuren und Giftstoffe gebildet, die den Zahn bzw. das Zahnfleisch angreifen – damit sind optimale Bedingungen für die Entwicklung von Karies und Parodontitis geschaffen.

Angesichts dieser Problematik liegt der Gedanke nahe, den „Spieß“ einfach umzudrehen und die Problemkeime mit geeigneten Probiotika in Schach zu halten. Bewährt hat sich dabei die gezielte Zufuhr eines natürlichen Bestandteils der Mundflora, der als S. salivarius bezeichnet wird. Auf diese Weise wird das bakterielle Gleichgewicht und damit die Schutzfunktion der Mundflora wiederhergestellt – ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Zähnen, Zahnfleisch und der Allgemeingesundheit.

Wichtig: Eine optimale, tägliche Zahn- und Mundhygiene ist selbstverständlich eine Voraussetzung dafür, dass sich unerwünschte Keime nicht ausbreiten können. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind unverzichtbar, wenn es um die Früherkennung von Karies oder Parodontitis geht.

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