Natrium: Weniger ist oft mehr

Natrium: Weniger ist oft mehr

Natrium: Aufgaben & Funktion in unserem Körper

Als Mineralstoff übernimmt Natrium einige unverzichtbare Aufgaben in unserem Körper. Dazu zählen zum Beispiel:

 

  • Die Regulation des Wasserhaushalts (hier in seiner Funktion als Gegenpol zu Kalium)
  • Säure-Basen-Regulation
  • Übertragung von Reizen über die Nerven auf die Muskeln (wichtig für die Muskelkontraktion)

Damit wird deutlich: Ohne Natrium können verschiedene biochemische Prozesse schlichtweg nicht funktionieren! Und tatsächlich müssen wir uns um eine Unterversorgung mit Natrium nicht besonders häufig Gedanken machen.

Im Gegenteil. Denn Natrium ist Bestandteil von Speisesalz (Natriumchlorid). Und Salz gibt es bei uns nun wirklich im Überfluss. Insofern ist in Zusammenhang mit Natrium häufiger ein Natriumüberschuss zu beobachten – der auf lange Sicht das Risiko für Krankheiten wie Bluthochdruck oder auch Schlaganfall erhöhen kann! Insofern gilt bei diesem Vitalstoff im Gegensatz zu vielen anderen: Weniger ist häufig mehr.

Wann Natrium besonders wichtig ist

Die Situationen, in denen wir uns über die Zufuhr von Natrium in höheren Mengen Gedanken machen müssten, sind relativ überschaubar. Schließlich sind wir normalerweise über das Salz in der Nahrung – also Natriumchlorid – ausreichend mit Natrium versorgt.

Mitunter kann eine gezielte Natriumversorgung allerdings sinnvoll sein bei:

  • Durchfall und Erbrechen (Mineralstoffe werden ausgeschieden!)
  • Leistungssport (das starke Schwitzen kann einen Verlust von Mineralstoffen wie Natrium mit sich bringen)
  • Einnahme von Diuretika (entwässernde Medikamente)
  • Erkrankungen wie zum Beispiel Nierenerkrankungen oder Mukoviszidose

Natrium Mangel: Ursachen & Symptome

Unser tägliche Natriumbedarf wird üblicherweise über das Salz in der Nahrung gedeckt. Es gibt allerdings Faktoren, die einen Natriummangel begünstigen können:

  • Länger anhaltender Durchfall
  • Erbrechen
  • Medikamente wie Diuretika
  • Starkes Schwitzen zum Beispiel beim Sport
  • Mukoviszidose

Die Symptome eines Natriummangels können relativ unspezifisch ausfallen. Zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • Probleme im Magen-Darm-Bereich

Wichtig ist auch, mögliche Symptome einer Überdosierung an Natrium zu kennen – denn Natrium ist wortwörtlich das Salz in der Suppe (Natriumchlorid = Speisesalz).

Eine derartige Überdosierung an Natrium (meist über einen längeren Zeitraum durch unsere stark gesalzenen Speisen) beginnt häufig ebenfalls mit Kopfschmerzen oder einem Leistungstief, wird die eigene Salzzufuhr allerdings auf Dauer nicht reguliert, kann der Überschuss an Natrium im schlimmsten Falle auch in Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Osteoporose münden. Auch das Schlaganfall Risiko steigt, wenn wir dauerhaft zu viel Salz aufnehmen.

Insofern sollte man immer auch seine persönliche Salzbilanz im Auge behalten und die Verwendung von Salz im Fall der Fälle vermindern.

Lebensmittel, die Natrium enthalten

Natrium ist neben Chlorid der Baustein von Speisesalz (NaCl). Und Speisesalz tummelt sich heute in mehr Nahrungsmitteln, als uns tatsächlich bewusst ist. Hier einige Beispiele für Lebensmittel, die  Natrium bzw. Speisesalz enthalten:

  • Fertiggerichte
  • Fast Food
  • Chips
  • Salzgebäck
  • Ketchup
  • Salami
  • Ölsardinen
  • Salzhering
  • Käse

Gut zu wissen: Auch dort, wo wir es nicht auf den ersten Blick vermuten würden, versteckt sich Speisesalz: Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass auch Brot, Schinken oder Sauerkraut salzhaltig sind? Augen auf lautet hier die Devise!

Natrium: Tagesbedarf

Gesunde Personen benötigen lediglich um 550 mg Natrium am Tag. Kinder haben einen niedrigeren Bedarf. Zum Vergleich: Bereits 100g Salami enthalten ca. 1000 mg Natrium! Hier wird deutlich: Das Risiko, Natrium im Überfluss zu uns zu nehmen, ist groß.

Wissenswerte Hinweise

Wer bereits unter Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung leidet, sollte seine Salzzufuhr im Auge behalten und entsprechend der Anweisung des Arztes auch reduzieren. Stattdessen ist jetzt vermehrt die Aufnahme von Kalium – dem Gegengewicht zu Natrium – gefragt.

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