Laktase

Laktase

Laktase ist ein Enzym, das in den Darmzellen produziert wird. Seine Aufgabe ist es, den Milchzucker (Laktose) aus Milch, Sahne, Joghurt und anderen Lebensmitteln in seine verdaulichen Bestandteile zu spalten. Bei Menschen mit Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) wird dieses Enzym nicht oder nicht in ausreichendem Maße gebildet. Sie reagieren nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten mit Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Blähungen. Heutzutage sind jedoch Laktase-Tabletten in der Drogerie erhältlich, die das fehlende Enzym ganz einfach ersetzen und so einen unbeschwerten Genuss wieder möglich machen. Laktoseintoleranz bedeutet also nicht zwangsläufig den kompletten Verzicht auf laktosehaltige Lebensmittel.

Laktase: Aufgaben & Funktion in unserem Körper

Laktose-Laktase: Die Fakten

Was ist Laktose?

  • Milchzucker (Zweifachzucker)
  • Enthalten in Milch, Milchprodukten und vielen Fertigprodukten.
  • Nur die Spaltprodukte sind verdaulich!

Was ist Laktase?

  • Körpereigenes Verdauungsenzym
  • Spaltet Laktose in die verdaulichen Bestandteile
  • Ein Laktasemangel führt zu Laktoseunverträglichkeit

Laktase ist das Verdauungsenzym, das für die Spaltung der Laktose (Milchzucker) im Darm verantwortlich ist.
Bei Laktose handelt es sich um einen Zweifachzucker bestehend aus Glucose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker), der von Natur aus in Milch und Milchprodukten enthalten ist und vielen industriell hergestellten Lebensmitteln (z. B. Backwaren, Kekse, Konserven, Fertiggerichte, Fertigsoßen) zugesetzt wird. Der menschliche Organismus kann Laktose nicht verwerten – nur seine Spaltprodukte können durch die Darmwand aufgenommen und verwertet werden.

Das Enzym Laktase wird in den Darmzellen produziert und spaltet den Milchzucker in seine zwei verdaulichen Bestandteile:

  • Galaktose (Schleimzucker)
  • Glukose (Traubenzucker)

Laktasemangel: Ursachen

Überblick: Laktoseintoleranz

Was ist Laktoseintoleranz?

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Milchzucker (Laktose) löst Magen-Darm-Beschwerden aus.

Laktoseintoleranz: Symptome

Krampfartige Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, Blähungen, Durchfall. Begleiterscheinungen: Müdigkeit, Erschöpfung.

Laktoseintoleranz: Ursachen

Laktasemangel: Im Dünndarm werden nicht ausreichend Laktase-Enzyme gebildet.

Laktoseintoleranz: Behandlung

  • Laktosefreie Ernährung
  • Fehlende körpereigene Laktase ersetzen: Laktase-Tabletten

Wird Laktase nicht oder nicht in ausreichender Menge in der Darmschleimhaut produziert, kommt es zu einem Laktasemangel, der dazu führt, dass der Milchzucker nicht (optimal) verdaut wird. Stichwort: Laktoseintoleranz.

Grundsätzlich werden drei Formen des Laktasemangels unterschieden:

Primärer Laktasemangel – die häufigste Form der Laktoseintoleranz:
Bei den meisten Menschen geht die Laktaseproduktion im Darm im Laufe des Lebens zurück. Daher ist es gewissermaßen normal, dass sich mit zunehmendem Alter eine Laktoseintoleranz entwickelt und Milch und Milchprodukte immer schlechter vertragen werden. In diesem Zusammenhang spricht man von einem primären Laktasemangel.

Sekundärer Laktasemangel – erworbene Form der Laktoseintoleranz:
Bei einem sekundären Laktasemangel ist die Laktaseproduktion im Dünndarm z.B. durch die Einnahme von Antibiotika, durch bestimmte Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn)oder infolge von Darmoperationen beeinträchtigt.

Angeborener Laktasemangel durch Gendefekt:

Bei dem eher seltenen, angeborenen Laktasemangel ist die Laktaseproduktion infolge eines Gendefekts von Geburt an gestört.

Laktasemangel: Folgen und Symptome

Ist die Laktaseproduktion im Dünndarm beeinträchtigt, löst der Verzehr von Milch und Milchprodukten häufig Beschwerden aus. Der Grund: Bei Laktasemangel gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien zersetzt wird. Dabei entstehen Gase, die sich auf unangenehme Weise bemerkbar machen.
Die typischen Symptome bei Laktoseintoleranz sind:

  • aufgeblähter Bauch
  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Blähungen

Auch Durchfälle können Anzeichen einer Laktoseintoleranz sein, da die Laktose vermehrt Wasser in den Darm „zieht“. Oftmals treten als Begleiterscheinungen auch Müdigkeit und Erschöpfung auf.

Laktoseintoleranz & Ernährung

Ernährung bei Laktoseintoleranz: Was ist laktosefrei?

  • Obst & Gemüse „pur“
  • Nudeln, Reis, Kartoffeln ohne Sahnesoße
  • Fleisch & Fisch (Vorsicht bei Soßen, Remoulade und Dips!)

Lebensmittel mit Laktose: Beispiele

  • Milch, Kondensmilch
  • Buttermilch, Kefir, Molke
  • Sahne
  • Joghurt, Quark
  • Schichtkäse, Hüttenkäse, Schmelzkäse

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, dem stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung, um Beschwerden zu vermeiden:

  • Laktosefreie Ernährung
  • Laktase von außen zuführen

In der Praxis ist es leider immer noch sehr schwierig, eine laktosefreie Ernährung sicherzustellen. Insbesondere in Restaurants oder im Supermarkt lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen, welche Gerichte und Lebensmittel bei Laktoseintoleranz geeignet sind. So können z. B. auch Backwaren, Wurst- und Fleischwaren, Fertiggerichte, Konserven und Soßenpulver Laktose enthalten.

Vorsicht ist bei der Zubereitung geboten: Allzu oft versteckt sich Laktose in Soßen, Dips und Aufläufen.

Definitiv laktosefrei sind zum Beispiel Obst, Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Fleisch und Fisch. Darüber hinaus können mitunter auch laktosefreie Produkte (z.B. laktosefreie Milch oder laktosefreier Käse) eine Hilfe sein – allerdings sind sie häufig recht teuer und nicht immer ganz „geschmacksecht“.

Hilfe bei Laktoseintoleranz: Laktase zuführen

Viele Betroffene mit Laktoseintoleranz wollen nicht vollständig auf Milch und Milchprodukte verzichten – schließlich sind diese Lebensmittel auch wertvolle Nährstofflieferanten. Wer beruflich viel unterwegs ist oder oft im Restaurant isst, hat auch seine Mühe, eine laktosefreie Ernährung sicherzustellen.

Eine Möglichkeit, um bei Laktoseintoleranz Beschwerden zu vermeiden und ohne Reue zu genießen, ist die Zufuhr von Laktase über spezielle Laktase-Präparate. Diese werden zum Beispiel in Form von Laktase-Tabletten kurz vor bzw. gemeinsam mit dem Verzehr von Milch und laktosehaltigen Gerichten eingenommen. Die enthaltene Laktase übernimmt dann die Funktion der fehlenden, körpereigenen Laktase: Die Laktose wird im Dünndarm gespalten und ihre Spaltprodukte durch die Darmwand aufgenommen. Beschwerden wie Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall kann so wirksam vorgebeugt werden.

Wissenswerte Hinweise

In der Drogerie sind Laktase-Präparate mit unterschiedlich hoher Laktaseaktivität erhältlich. Diese wird mittels der sogenannten FCC-Einheiten (Food Chemical Codex) angegeben. Um 5 g Laktose (z. B. ½ Glas Milch, 1 Becher Joghurt) abzubauen, sind Laktase-Tabletten mit 3.000 FCC-Einheiten oftmals ausreichend. Bei Bedarf kann die Anzahl der Tabletten erhöht werden.

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